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Absturzschutz für Familien mit Kleinkindern in Deutschland: Fenstersicherungen, Balkonschutz und Schutzgitter im Überblick

Mein Sohn ist inzwischen drei Jahre alt. In den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass er plötzlich viele Dinge selbst kann: Er schiebt einen Hocker ans Fenster, klettert auf Fensterbänke, öffnet Balkontüren und versucht neugierig nach draußen zu schauen.

Einerseits freut man sich als Eltern darüber, wie selbstständig das Kind wird. Andererseits beginnt man, sich intensiver mit dem Thema Sicherheit zu beschäftigen.

Besonders für Familien, die im dritten, vierten oder einem noch höheren Stockwerk wohnen, sind Fenster und Balkone oft ein größeres Sicherheitsrisiko als Treppen.

In diesem Artikel teile ich einige Erfahrungen und Sicherheitsmaßnahmen, die sich in vielen Familien mit Kleinkindern bewährt haben.

Häufige Fehler, die Eltern vermeiden sollten

Irrtum 1: Fliegengitter schützen nicht vor Abstürzen

Fliegengitter dienen ausschließlich dazu, Insekten fernzuhalten. Sie sind nicht dafür ausgelegt, das Gewicht eines Kindes zu tragen.

Die meisten Modelle werden lediglich im Fensterrahmen befestigt und können sich bereits bei geringem Druck lösen.

Irrtum 2: Balkonschutznetze sind keine Absturzsicherung

Viele Eltern installieren ein Schutznetz am Balkongeländer. Diese Netze können verhindern, dass Kinder Arme, Beine oder Spielzeug durch die Geländerstäbe stecken.

Sie ersetzen jedoch keine professionelle Absturzsicherung und sind nicht dafür ausgelegt, Gewicht aufzufangen.

Irrtum 3: Keine Klettermöglichkeiten am Fenster

Stühle, Hocker, Regale oder Aufbewahrungsboxen können für Kinder schnell zu einer Leiter werden.

Deshalb sollten Möbel, die zum Klettern einladen, möglichst nicht direkt vor Fenstern oder Balkontüren stehen.

Sicherheitslösungen für verschiedene Situationen

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1. Fenstersicherungen und Fensterbegrenzer

Für die in Deutschland weit verbreiteten Dreh-Kipp-Fenster sind Fensterbegrenzer oft die sinnvollste Lösung.

Sie begrenzen den Öffnungswinkel des Fensters und verhindern, dass kleine Kinder das Fenster weit genug öffnen können, um hinauszuklettern.

Vorteile:

  • Kostengünstig
  • Einfach zu montieren
  • Erschweren das Öffnen durch Kinder
  • Normales Lüften bleibt möglich
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2. Balkonschutznetze

Wenn die Abstände zwischen den Geländerstäben groß sind, kann ein Balkonschutznetz sinnvoll sein.

Es hilft dabei:

  • Durchsteigen zu verhindern
  • Spielzeug vor dem Herunterfallen zu schützen
  • Haustiere zusätzlich abzusichern

Wichtig: Ein Balkonschutznetz ist keine tragende Absturzsicherung.

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3: Fenstergitter (die stabilste Variante)

Wenn Fenster besonders niedrig sind oder Kinder häufig auf Fensterbänke klettern, kann ein stabiles Fenstergitter zusätzlichen Schutz bieten. Im Vergleich zu einfachen Schutznetzen sind Fenstergitter deutlich robuster und schwieriger zu überwinden.

Allerdings eignet sich diese Lösung vor allem für nach außen öffnende Fenster.

Bei den in Deutschland üblichen Dreh-Kipp-Fenstern kann ein innen montiertes Gitter das normale Öffnen des Fensters beeinträchtigen. Deshalb werden solche Gitter meist außen vor dem Fenster montiert.

Dabei gibt es jedoch einige praktische Nachteile:

  • Für die Montage müssen Bohrungen an der Außenwand vorgenommen werden.
  • Die Wärmedämmung und der Feuchtigkeitsschutz der Fassade können beeinträchtigt werden.
  • Reinigung und Wartung der Fenster werden aufwendiger.
  • In Mietwohnungen ist häufig die Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Aus diesen Gründen sind Fensterbegrenzer oder abschließbare Fenstergriffe für die meisten Familien in Deutschland meist die praktischere Lösung.

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4: Abschließbare Fenstergriffe (in vielen deutschen Familien beliebt)

Für die in Deutschland weit verbreiteten Dreh-Kipp-Fenster gehören abschließbare Fenstergriffe zu den praktischsten Sicherheitslösungen für Familien mit kleinen Kindern.

Diese Produkte ersetzen in der Regel einfach den vorhandenen Fenstergriff und erfordern keine größeren Veränderungen am Fenster selbst.

Vorteile:

  • Ersetzen den vorhandenen Fenstergriff direkt
  • Mit Schlüssel abschließbar
  • Kinder können das Fenster nicht selbstständig öffnen
  • Einfache Montage
  • Normale Nutzung und Lüftung bleiben möglich
  • Zusätzlicher Schutz gegen Einbruchversuche
  • Für die meisten Dreh-Kipp-Fenster geeignet

Meiner Meinung nach sind abschließbare Fenstergriffe für Kinder, die bereits Hocker verschieben oder auf Fensterbänke klettern können, oft wirksamer als reine Schutznetze. Sie verhindern von Anfang an, dass Kinder das Fenster selbst öffnen können.

Einige Modelle des deutschen Herstellers ABUS werden ausdrücklich auch für den Einsatz im Bereich Kindersicherheit empfohlen.

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Unsere Lösung zu Hause

Wenn Sie mit Kindern zwischen 2 und 5 Jahren in einer Wohnung im vierten Stock oder höher wohnen, würde ich eine Kombination aus Fensterbegrenzer (oder abschließbarem Fenstergriff) und Balkonschutznetz empfehlen.

So wird verhindert, dass Kinder Fenster selbstständig öffnen oder durch Geländeröffnungen greifen bzw. klettern. Die Kombination bietet deutlich mehr Sicherheit als eine einzelne Maßnahme.

Unser Sohn ist inzwischen drei Jahre alt und kann bereits kleine Hocker verschieben, Türen öffnen und auf Fensterbänke klettern.

Deshalb haben wir folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Keine kletterbaren Möbel in Fensternähe
  • Fensterbegrenzer an wichtigen Fenstern
  • Schutznetz am Balkongeländer
  • Kinder niemals unbeaufsichtigt auf dem Balkon

Meiner Erfahrung nach gibt es keine einzelne Sicherheitslösung, die alle Risiken beseitigt. Entscheidend ist die Kombination mehrerer Maßnahmen. Keine Vorrichtung kann die Aufmerksamkeit und Aufsicht der Eltern vollständig ersetzen.

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